Gegenwärtige Adresse: ul. Gliwicka 2

Numer dawnej hipoteki (gilt für gegenwärtige Adressen Gliwicka 2 und Zamkowa 1):
- 64, Kirchen-Gasse (in 1746);
- 86 i 87 (in 1765);
- 31 (ab 1800)

Historische Adressen:
- Gleiwitzerstrasse 2 (bis 1922; 1939–1945)
- ul. Gliwicka 2 (1922–1939 und ab1945)

Baujahr: 1598 (wahrscheinlich)

Architekt: unbekannt

Bauherr: unbekannt

Eigentümer:
1746: Heinrych Wacław Gawłowski aus Gawłow
1754–1854: Evangelische Schule
1856–1890 (formell bis 1907): Joseph Lukaschik, Fabrikbesitzer
1891–1911: Karl Lukaschik, Fabrikbesitzer
1911–1930: Hans Lukaschik (später wohnte er in der Schweiz)
1941: J. Lukaschik

     
Polski / Polnisch
Adressen:
ul. Bondkowskiego
ul. Gliwicka
ul. Górnicza
ul. Krakowska
Rynek
ul. Sienkiewicza
ul. Szymały
ul. Tylna
ul. Wajdy
ul. Zamkowa
pl. Żwirki i Wigury
Personen
Literaturverzeichnis
Stadtplan
 

 

 
 

Eigentümer und Einwohner

Wenzel Heinrich von Gawlowski (geb. 4.10.1701, Tarnowitz – gest. 5.10.1771, Brieg), Sohn des Stadtrats Jan (könnte dem polnischen Adel, Wappen Leliwa, abstammen) und seiner Ehefrau Ewa; Er studierte Jura in Jena, arbeitete zunächst als Gräflich-Henckelscher Regierungsrat in d. Freien Standesherrschaft Beuthen, ab 1750 als Rat bei der Oberstamt-Regierung in Oppeln und ab 1763 als Rat an zweiter Stelle im nach Brieg verlegten Kollegium angestellt. Getauft in der Paulus-und-Petrus-Kirche, aber als Erwachsener sah er sich der evangelischen Konfession zugehörig. Samuel Ludwik Zasadius widmete ihm sein Musikwerk „Engelsmusik” zur Heirat seiner Tochter Maria Eleonora.

Joseph Lukaschik (geb. 7.03.1824, Tarnowitz - gest. 11.01.1907, Tarnowitz), Gründer und Inhaber der ersten Seifenfabrik in Tarnowitz, Stadtrat und Stadtälteste, im 1748 zum Schützenband ausgenommen, Schützenmeister, Ehrenmitglied und Vorsitzende dieses Bundes, Schützenkönig in 1881. Nach seinem Tod veranstaltete der Schützenband einen Wettbewerb zu seinem Ehren (Senator-Lukaschik-Legatschießen). Katholiker, Ehefrau: Albertine Wieczorek, Kinder: Carl (geb. 1850), der später ab den 90-er Jahre die Fabrik leitete, Anna (geb. 1853), Bertha (geb. 1856), Joseph (geb. 1858), Hermann (geb. 1862). Zu seinem Ehren wurde eine der Straßen von Tarnowitz nach ihm genannt — Lukaschikstraße (in den Jahren 1922-1934 ul. Łukasika, jetzt ul. Wincentego Styczyńskiego).


Seifenwerbung Lukaschik

     




Drucktitelseite:
"Muzyka Anielska cáłą ćwierć godziny słyszana Wielmoznemu á Wysoce Urodzonemu Pánu Jego Mości Pánu Heinrychowi Wacławowi Gawłowskiemu z Gawłowá: Królewsko-Pruskiego Ober-Amtu i Ober-Konsystoryum w Gornym Sląsku Raycy Przi Wéselney Rádośći Wysoce Urodzonego Pana, Jego Mości Pána Jana Gottloba Pozerá z Wielkich Nedlic, dziedzica na Domasłowie, Nosálách, Królewsko Polskiego i Kurfirstsko-Saskiego niekiegdyś Rytmistrza z Wysoce Urodzoną Frelką, Jey Mością Frelką, Marią Eleonorą Gawłowszczonką, Jego Mości Wysoce miánowánego Páná Gáwłowskiego, nastarszą Frelką corką, ofiarowana.

W Brzegu, 1751, wydrukowana."

 
 


Gliwicka 2, Fot. 2012.

Beschreibung: Gemauertes Parterrehaus auf dem einem Rechtecks ähnelten Grundriss mit einem zweigeschossigen Dachgeschoss. Gegenwärtig eine Herberge und Sitz des Freundschaftskreises des Tarnowitzer Landes. Geputzte Fassade ohne Stilmerkmale. Im Erdgeschoss das Datum „1598” (wahrscheinlich Baujahr) und die Tafel mit der Inschrift: „J.W.GOETHE / Zum 200-sten / JUBILÄUMSJAHR DES AUFENTHALTS / DIESES GROSSEN HUMANISTEN / AUF DEM BERGMANNSLANDE / DEM BETRIEBSORT / DER DAMPFMASCHINE / IN ERZGRUBEN / TARNOWITZ SEPTEMBER 1990”. Darüber eine 5-koepfige Giebelwand. Darauf waren die Daten „1717” und „1785” zu sehen, die vom Putz übergedeckt wurden. Sie haben wahrscheinlich auf die daten der Hausumbauten verwiesen. Rechteckiger Eingang und rechteckige Fenster; Walmdach. Im Inneren und in einem Teil der Räume – Kreuz- und Kuppelgewölbe. Architektonische Details in Innenräumen aus dem Ende des 19. Jhdt. – nicht erhalten, bekannt nur aus den alten Fotos.


Gliwicka 2, Fot. 1933.[NAC]

Gliwicka 2, Fot. 1940-1944.[SMZT]

Zusätzliche Informationen, Umbauten:
Das Haus sollte den Stadtbränden am 06.08.1701 und 09.07.1746 zum Opfer gefallen sein. Vor dem Brand in 1746 wurde der Grundbuchwert des Hauses auf 370 Thaler und in 1765–1840 auf 355 Thaler bewertet. Es scheint, dass eben in diesem Hause fand die lutherische Messe nach der Wiedererlangung der religiösen Freiheit statt. Der Pastor Zasadius beschreibt es so: „Der Herr Gott richtete alle Umstände ein, dass E.G. [Eurer Gnaden — es handelt sich um den Herrn Gawlowski] so ein großes und geeignetes Haus am Ringe, in dem wir während des Krieges und am Heiligabend des Jahres 1744 die Messe offenkundlich anfangen und durch den ganzen Krieg nach Eurem Gnaden klugen Rat – abhalten konnten” Obwohl Zasadius über das „Haus am Ringe” schreibt, müssen wir uns bewusst machen, dass der Begriff „Ring“ ziemlich weit begriffen war, nämlich als die Stadtmitte (so sind auch u.a. die Schwibbogenhäuser bei jetziger Gliwicka-Str. 1, 3 und 5 beschrieben). Das einzige Haus, über das wir Informationen haben, dass es dem Gawlowski gehörte, war eben das jetzige Haus bei Gliwicka-Str. 2.

1891- Zweiter Eingang (gegenwärtig nicht erhalten) an der rechten Seite und Umbau des benachbarten Fensters (Arch. Ernst Hofmann)


     

Erinnerungstafel


Nicht mehr vorhandene Tür aus dem Ende des 19. Jhdt., Fot. 1953. [SMZT]


Diele, Fot. 1953. [SMZT]

Fensterumbau,
Arch. Ernst Hofmann, 1891.

 

 
 

Archivalien, Literaturnachweise, Links:

Archiwum Państwowe w Katowicach (Staatsarchiv Katowice),
• Bestand Nr. 1441, Akta miasta Tarnowskie Góry, Az.: 231 – 232 (Bürger Rolle der Stadt Tarnowitz); 2216 – 2230 (Feuer Societaets-Catastrumder Stadt Tarnowitz etc.)

Archiwum Państwowe we Wrocławiu (Staatsarchiv Breslau),
• Rep. 135, nr 700, Chronik der Stadt Tarnowitz erfasst von Lehrer C. Winkler in Tarnowitz.

Archiwum Stowarzyszenia Miłośników Ziemi Tarnogórskiej (Archiv des Freundeskreises des Tarnowitzer Landes),
• Bildsammlung

Urząd Miejski w Tarnowskich Górach, Archiwum Zakładowe (archiwum budowlane), (Stadtamt Tarnowskie Góry, Betriebsarchiv (Bauarchiv))
• Az: A 747 i A 1540

Fedor Bojanowski, Kościół Zbawiciela. Dzieje parafii ewangelickiej w Tarnowskich Górach (XVI-XIX w.), Tarnowskie Góry 2005, S. 27

Krzysztof Gwóźdź, Bractwo Strzeleckie w Tarnowskich Górach i historia i współczesność, Tarnowskie Góry 2008

Historia Tarnowskich Gór, Tarnowskie Góry 2000, s. 140, 203, 303

Rolf Straubel, Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740-1806/15, T. 1 München 2009, s. 296

Samuel Ludwik Zasadius, Muzyka Anielska, Brzeg 1751, s. 7


         

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