Gegenwärtige Adresse:
ul. Gliwicka 6

Alte Hypothek:
- 62, Kirchen-Gasse (in 1746) [wahrscheinlich]
- 89 (in 1765);
- 29 (ab 1800)

Historische Adressen:
- Gleiwitzerstrasse 6 (bis 1922; 1939–1945)
- ul. Gliwicka 6 (1922–1939 und ab 1945)

Baujahr: 1664

Architekt: unbekannt

Bauherr: unbekannt

Eigentümer:
1746: Niedbala’s Erben [wahrscheinlich]
1765: Gottlieba Böhm, Witwe
1800: Lebius, Witwe
1811–1828: Johann Neblich, Seiler
1828–1832: Neblich’s Erben
1840–1843: Franz Sliwa (Schliwa), Kaufmann
1848–1853: Mathus Schwillinsky (Matheus Schwillinski), Seiler
ca. 1863: Anton Ehr, Obersteiger
1870–1872: Otto Dahms, Vermesser
1875–1911: Hermann Lubitz, Kaufmann
1927–1949: Ignatz Florczak

     
Polski / Polnisch
Adressen:
ul. Bondkowskiego
ul. Gliwicka
ul. Górnicza
ul. Krakowska
Rynek
ul. Sienkiewicza
ul. Szymały
ul. Tylna
ul. Wajdy
ul. Zamkowa
pl. Żwirki i Wigury
Personen
Literaturverzeichnis
Stadtplan
 


 
 

Eigentümer und Einwohner

Anton Ehr, Obersteiger (Obersteiger), geb. 1789 in Schönwiese (wahrscheinlich bei Leobschütz) und in 1841 in das Stadtrecht von Tarnowitz aufgenommen. In 1846 als Stadtrat für 6 Jahre gewählt, ab 1838 Mitglied des Schützenbundes, darunter Schützenkönig in 1845 und 1859. Bei der St.-Anna-Kirche gab‘s die Grabkapelle der Familie Ehr, in der er sicherlich begraben wurde.

Otto Dahms, (12.10.1837 Ratibor – 23.10.1888, Königshütte). Besuchte das Gymnasium in Ratibor und in den Jahren 1857-1859 die Tarnowitzer Bergschule, in 1861 zum Markscheider ernannt. In den Jahren 1862–1871 Lehrer in der vorgenannten Bergschule, arbeitete auch für den Graf Henckel und später für den Graf Schaffgotsch. Gehörte dem Schützenbund und in 1867 zum Schützenkönig geworden. Er war römisch-evangelischer Konfession, hatte Ehefrau Gertruda (geb. 1847), Sohn Georg (geb. 1868) und Tochter Elisabeth (geb. 1872). In 1886 nach Beuthen umgezogen.

     



 
 


Beschreibung:

Das aus Stein und Ziegel gemauerte doppelstöckige Haus auf dem Grundriss eines Vierecks mit südlichem Hinterhaus (einstöckig). Geputzte asymmetrische Fassaden ohne Stilmerkmale, rechteckige Fenster- und Eingangsöffnungen. An der westlichen Seite ein eingemauertes Bleierzstück (befindet sich hier mindestens seit dem 19. Jhdt.) und eine Erinnerungstafel mit bergmännischen Werkzeugen und der Inschrift: „Die Lagerstätten / mit silberhaltigen Erzen / entdeckt hier in 1490 / deren erste Exemplar / hier vor Jahren eingemauert wurde / haben zur Gründung / der Bergstadt „Tarnowitz” beigetragen / * Die Tafel wurde im Jahre 1930 angebracht *”

Innenräume: Tonnengewölbe im Keller, in östlichen Räumen im Erdgeschoss und in einem Teil der Diele. Im südlichen Teil der Diele eine auf drei Längsbalken gestützte Holzdecke. Im Mittelbalken eine Rosette und das Datum: „1664”.


Balken mit Datum "1664" auf der Dielenecke.


Gliwicka 6, Fot. ca. 1950.

Zusätzliche Informationen, Umbauten:
Hugo Koch in der „Denkschrift zur Feier des hundertjährigen Bestehens des Königl. Blei- und Silbererzbergwerks Friedrichsgrube” erinnerte sich: Das Bergamt zu Tarnowitz wurde unter seinem Vorsitze [Georg Friedrich Hohenzollerns] alljährlich von den Gewerken gewählt und wohnte im Fürstlichen Amthause, jetzt das alte Schloss, und später, nach Übergang desselben in Gräflich Henckel‘schen Besitz, in dem Hause Nr. 29 an der Gleiwitzer Straße, in dessen Umfassungsmauer sich noch heute eine schön bearbeitete Bleierzstuffe eingemauert findet. - diese Information findet jedoch keine Bestätigung in anderen Quellen. Fraglich ist also die in den Folgeveröffentlichungen aus dem 20. Jhdt. wiederholte Annahme, dass an dieser Stelle das Rathaus von Tarnowitz stehen sollte – die geringen Masse des ursprünglich Erdgeschosshauses sowie der Standort außerhalb vom Ring wiedersprechen dieser These.

Ursprünglich bildete die Bebauung an der Gliwicka Nr. 6 und 8 (dieser Teil hieß im Jahre 1746 Kirchen-Gasse) eine gemeinsame Parzelle. Die Häuser sind bei den Bränden 06.08.1701 und 09.07.1746 abgebrannt. Vor dem Brand 1746 hat der Grundbuchwert 170 Thaler und im Jahr 1765 – 346 Thaler (darunter Vorderhaus 210 Thaler und Hinterhaus 136 Thaler) betragen. Diese Bewertung blieb unverändert bis zur zweiten Hälfte des 19. Jhdt. In 1870 hat daraus der damalige Eigentümer und gleichzeitig Markscheider Otto Dahms zwei Grundstücke aufteilen lassen. In 1875 gab es dort bereits zwei unterschiedliche Eigentümer: Hermann Lubitz (jetzt Gliwicka 6) und David Lampert (jetzt Gliwicka 8).

Zwischen 1870 und 1890 – Aufbau von zwei Geschossen auf das bisherige Erdgeschosshaus

1891 – Kleine Umbauten im Hausinneren, Arch. Emanuel Dziuba

1911 – Anlegen der Toiletten im Hof

Um 1925 – Entfernung der Fassadendetails


     


Gliwicka 4, Fot. 2015.

 

 

 


 
 

Archivalien, Literaturnachweise, Links:

Archiwum Państwowe w Katowicach (Staatsarchiv Katowice)
• Bestand Nr. 1441, Akta miasta Tarnowskie Góry, Az.: 231 – 232 (Bürger Rolle der Stadt Tarnowitz); 2216 – 2230 (Feuer Societaets-Catastrumder Stadt Tarnowitz etc.)

Archiwum Państwowe we Wrocławiu (Staatsarchiv Breslau)
• Rep. 135, nr 700, Chronik der Stadt Tarnowitz erfasst von Lehrer C. Winkler in Tarnowitz.

Urząd Miejski w Tarnowskich Górach, Archiwum Zakładowe (archiwum budowlane) (Stadtamt Tarnowskie Góry, Betriebsarchiv (Bauarchiv))
• Az.: A 128

Hugo Koch, Denkschrift zur Feier des hundertjährigen Bestehens des Königl. Blei- und Silbererzbergwerks Friedrichsgrube bei Tarnowitz O.-S.: am 16. Juli 1884, Berlin 1884, s. 12-13.

Klaus Liwowsky, Die Bergschulen von Tarnowitz u. Peiskretscham
( http://www.boehm-chronik.com/bergbau/bergleute/TLehrer.htm )


         

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