Gegenwärtige Adresse:
ul. Krakowska 5

Alte Hypothek:
- 42 (in 1765 r.);
- 192 (ab 1800 r.).

Historische Adressen:
- Krakauerstrasse 5 (bis 1922; 1939-1945)
- ul. Krakowska 5 (1922-1939 und ab 1945)

Baujahr: 18. Jhdt., Erweiterung um 1832–1840

Architekt: unbekannt

Bauherr: unbekannt

Eigentümer:
1765: Georg Klausa, Schmied
przed 1800: Schombierski
1800–1827: Anton Klausa (1773–1843), Schmied
1832–1843: Anton Klausa (1805–1879), Bürgermeister
– Franz Erm
– Johan Nebeski
1865–1890: Adolf (Aaron) Lustig
1896–1906: Ernestine Lustig
1911–1913: Fedor Hayn, Uhrmacher
1930: Hayn’s Erben (vertreten durch Albert Förster)
1940: Karl Kaczmarczyk


     
Polski / Polnisch
Adressen:
ul. Bondkowskiego
ul. Gliwicka
ul. Górnicza
ul. Krakowska
Rynek
ul. Sienkiewicza
ul. Szymały
ul. Tylna
ul. Wajdy
ul. Zamkowa
pl. Żwirki i Wigury
Personen
Literaturverzeichnis
Stadtplan
 


 
 

Zusätzliche Informationen über Bewohner:

Familie Klausa
Der Name Klausa erscheint in den Dokumenten zu Tarnowitz im 18. Jhdt. Zuerst in w 1725 heiratete Michael Klausa (gest. 1750) Catharina Morgoc (gest. 1744) und in 1732 heiratete Thomas Klausa (gest. 1756) Marianna Prebanowcz. Wir wissen, dass Thomas im Hause bei ul. Krakowska wohnte, weil seine Scheune in dem Verzeichnis von verbrannten Bauten bei dem Großbrand 1746 erwähnt ist. Um die Hälfte des 18. Jhdt. wohnten in Tarnowitz auch Joannes und Valentin Klausa (Clausa).

2. Generation
Georg Klausa
 (5.04.1726 – 14.02.1777), Sohn des vorgenannten Michael war - wie auch zahlreiche Familienmitglieder – ein Schmied. In 1751 heiratete er Rosalia Rako (geb. 1729). In 1765 gehörten ihm die Bauten Nr. 42 (jetzige Krakowska 5 oraz Piastowska 4). Das Ehepaar hatte mindestens vier Söhne: Franciskus (geb. 1761), Georg (1764–1837), Johannes (geb. 1772) und Anton (1773–1843).

3. Generation
Georg Klausa
 (6.04.1764 – 19.06.1837), Schmied, der zweitälteste Sohn von Georg Klausa (1726-1777), katholischer Konfession, aufgenommen in das Stadtrecht in 1792, ab 1806 Mitglied des Schützenbundes. Am 24.11.1807 beteiligte er sich an der Verprügelung des Rates von Below, wofür er ins Gefängnis müsste. Der Strafe entging er jedoch durch die Flucht in das Kongresspolen, wovon er bald zurückkehrte und in 1809 zum Stadtrat gewählt wurde. Er wohnte bei der jetzigen ul. Krakowska 7 und hatte zwei Ehen geschlossen: die 1. mit Johanna Corvinus und die 2. mit Thekle Langer (Heirat in 1807).

Anton Klausa (17.05.1773 – 1 VIII 1843), Schmied, der jüngste Sohn von Georg Klausa (1726-1777), katholischer Konfession, aufgenommen in das Stadtrecht in 1797, ab 1799 Mitglied des Schützenbundes. In 1798 vermahlte er sich mit Katharina Thienel. Das Ehepaar wohnte bei der jetzigen ul. Krakowska 5 und hatte mindestens fünf Kinder: Joseph (geb. 1799), Anton (1805-1870), Pauline 9(geb. 1808), Theresia (1810-1891) und Johann (geb. 1814).

4. Generation
Anton Klausa
 (31.05.1805 – 9.04.1870), Sohn von Anton (1773–1843), begann seinen Werdegang vom Posten eines Kassierer-Assistenten im hiesigen Salzamt. In 1832 wurde er zum Stadtschatzmeister und ein Jahr später zum Inspekteur (höchster Amt) im hiesigen Schützenbund. In 1835 war er an den Verhandlungen mit der Geschäftsleitung des Bergwerks „Friedrichsgrube” über die Wasserversorgung für die Stadt beteiligt. Von dem Gleiwitzer Hüttenbetrieb hat er eine Dampfmaschine zur Wasserförderung aus dem Schacht „Koehler” angeschafft. In jener Zeit hat er Pauline (1810–1891), die Tochter des Kaufmanns Joseph Sobczik [siehe Rynek 18], geheiratet. Er war auch mit Erfolg an der Leitung von privaten Unternehmen beteiligt. In 1838 erwirkte er die Abbaurechte für die Grube „Paulinensglück” in Boguschütz und in Rotenau bei Rybnik. Am 28. August 1842 zum Bürgermeister von Tarnowitz gewählt. In 1848 nach dem Tod von Karol Godulla wurde Klausa zum Verwalter des Riesenvermögens der Familie Ballestrem ernannt. In den Jahren 1848-1867 verwaltet er mit dem Majorat und den zahlreichen Industriebetrieben sowie trug entscheidend zur Gründung neuer Werke bei: Klinker- und Schamottefabrik (1854), Hütte „Bertha” in Ruda (1855), Grube „Brandenburg” (1856), Grube „Catharina” (1857 ) in Ruda und der Tarnowitzer Eisenhütte in 1858), die in ihrem Betrieb die umliegenden Erzlagerstätten und die Kohle aus den Ballestrem’schen Bergwerken einsetzte. Es war der größte Industriebetrieb von Tarnowitz, der wesentlich zur Stadtentwicklung beigetragen hat. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Klausa in Myslowitz, wo er für seine Familie die Steinkohlegruben „Wanda”, „Józef”, „Przemsza”, „Waterloo” und „Karlssegen” erwarb und den Schloss Gimmel kaufte.


     

Anton Klausa

Paulina Klausa geb. Sobczik

 

 
 


Beschreibung:

Das einstöckige Haus auf dem Grundriss eines Rechtecks mit hohem Dachgeschoss. Die Fassade mit kleinem Risalit im Mittenteil, siebenachsig, im Erdgeschoss Pseudo-Bossenwerk. Fenster rechteckig. Walmdach.

Haus bei ul. Krakowska 5, 2018

Zusätzliche Informationen, Umbauten:
Das Haus bei ul. Krakowska 5 zusammen mit der Bebauung bei ul. Piastowska 4 bildete ursprünglich eine Gesamtheit. Der Katasterwert des Hauses betrug 350 Thaler in Jahren 1765–1832, um im Jahre 1840 auf 920 Thaler, was vermuten lässt, dass damals die Erweiterung bis zum heutigen Ausmaß stattgefunden hat. Nach der Überlieferung aus dem Jahr 1843 war es eine einstöckiges Ziegelhaus mit dem Maßen 76 auf 45 Rheinfüßen (24x14m).

Kotzula, Skizze zum Fensterumbau und Haustür bei ul. Krakowska 3, 1878

Adolf Goerke, Skizze zur Umgestaltung der Ladenvitrine, ul. Krakowska 5, 1890


     


Heinrich Pisczek, Skizze zur Umgestaltung der Ladenvitrine, 1900

 
 

Archivalien, Literaturnachweise, Verweise:

Archiwum Państwowe w Katowicach (Staatsarchiv Katowice),,
• Bestand Nr. 1441, Akta miasta Tarnowskich Gór, Az.: 231 – 232 (Bürger Rolle der Stadt Tarnowitz); 2216 – 2230 (Feuer Societaets-Catastrumder Stadt Tarnowitz etc.)

Archiwum Państwowe we Wrocławiu (Staatsarchiv Breslau),
• Rep. 135, nr 700, Chronik der Stadt Tarnowitz erfasst von Lehrer C. Winkler in Tarnowitz.

Urząd Miejski w Tarnowskich Górach, Archiwum Zakładowe (archiwum budowlane) [Stadtamt Tarnowskie Góry, Betriebsarchiv (Bauarchiv)],
• Az.: A 704, A 2424 i A 2425.

Krzysztof Gwóźdź, Bractwo Strzeleckie w Tarnowskich Górach historia i współczesnoś, Tarnowskie Góry 2008.

Historia Tarnowskich Gór, Red. J. Drabina, Tarnowskie Góry 2000.

Marek Wojcik, Kamienice przy ulicy Krakowskiej w Tarnowskich Górach (1866–1910), „Rocznik Muzeum w Tarnowskich Górach” 2011, Band 3, S. 13-14.


         

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