Gegenwärtige Adresse:
ul. Stefana Szymały 1

Alte Hypothek:
- 131 (in 1765 r.);
- 73 (ab 1800 r.)

Historische Adressen:
- Hinter der Synagoge 1 (bis 1922)
- ul. Za Bożnicą 1 (1922–1939 und kurt nach1945 r.)
- Ottestrasse 1 (1939–1944)

Baujahr: wahrscheinlich um 1840

Architekt: unbekannt

Bauherr: Rudolfph von Carnall

Eigentümer:
1765: Watzlawikin, Leinwandmacher
do 1800: Gottlieb Bogatz
1811–1832: Ernst Martini, Hütteninspekteur
1835-1844: Rudolf von Carnall, Bergmeister
1853: Thomas Nijok
1864–1878: Feliks Schwillinski, Tischlermeister
1904: Franz Neumann
1908–1911: Hugo Mielchen, Meister in Glashütte im Dorf Jedlice bei Ozimek
1944: Rudolf Jurzinski, Fleischer


     
Polski / Polnisch
Adressen:
ul. Bondkowskiego
ul. Gliwicka
ul. Górnicza
ul. Krakowska
Rynek
ul. Sienkiewicza
ul. Szymały
ul. Tylna
ul. Wajdy
ul. Zamkowa
pl. Żwirki i Wigury
Personen
Literaturverzeichnis
Stadtplan
 
 
 

Uzupełniające informacje o mieszkańcach:

Gottlieb Bogatz (auch Bogacz oder Bogatsch, 1758-1800). Geboren in einer Protestantenfamilie in Grüningen bei Brieg. Ausbildung im Brieger Gymnasium, wonach er in den Hütten in Kreuzburg O.S. und Malapane arbeitete. In 1783 wurde in das Bergdeputat in Tarnowitz entsendet. Er beschäftigt sich zuerst mit Finanzsachen. In 1785 erhielt den Titel Bergassessor, in 1789 ist zum ersten Leitungsmitglied des Deputats und in 1798 zum Bergoberassessor aufgestiegen.

Ernst Martini (23.09.1774, Tarnowitz – 1843), Hütten-Oberrat. In 1801 zum Hüttenschreiber in der Hütte „Friedrich” und später zum Hüttenmeister aufgestiegen. Ab 1803 als Berg- und Hütteninspekteur tätig. In 1804 in den Schützenbund und in 1806 und das Stadtrecht in Tarnowitz aufgenommen. In 1819 bekleidete den Posten des Königlichen Oberdirektors in Königshütte.

Rudolph von Carnall (9.02.1804, Glatz – 17.11.1874, Breslau), Familie von Carnall entstammte dem Adel aus Kurland. Der Vater von Rudolf - Konrad von Carnall (1760–1840) diente im preußischen Herr, war Träger des Eisernen Kreuzes der 1. Klasse und des Ordens des Heiligen Stanislaus, in 1813 avancierte zum Oberst. In 1815 ging in den Ruhestand über. Die letzten Jahre verbracht er in Tarnowitz. Rudolph war sein jüngster Sohn. In Jahren 1823-–1824 studierte in Berlin, ab 1824 arbeitete im Bergamt in Tarnowitz. In 1831 heiratete Emilie von Büttner (1808-1863), mit der er fünf Kinder hatte: Wilhelmine (1833–1887), Anne (1836–1861), Arwid Rudolph (1838–1839), Elisabeth Charlotte (1840) und Clara (1843–1893). In 1833 wurde Rudolf in Schützenbund und in 1835 in das Stadtrecht in Tarnowitz aufgenommen. In 1839 avancierte zum Bergmeister. In 1844 in das Oberbergamt in Bonn als Assessor entsendet, wo er bald zum Oberbergrat und im 1847 zum Geheimen Bergrat aufgestiegen war. Ab 1848 arbeitete in Berlin. In 1856 wurde zum Leiter des Oberbergamts Breslau ernannt und den Titel des Berghauptmannes verliehen bekommen. Von seinem Namen leitet sich die Bezeichnung Carnallit (ein Mineral, wasserhaltiges Kalium-Magnesium-Chlorid) ab.


     

 

Rudolph von Carnall

 

 
 

Beschreibung:
Erdgeschosshaus auf dem Grundriss eines Rechtecks mit einem Krüppelwalmdach. Fenster- und Türöffnungen – rechteckig.


Tasse vom "Carnall-Service" mit Ansicht seines Hauses, 1844


Ansicht des alten Hauses von Carnall, ca. 1942


Ansicht des alten Hauses von Carnall, ca. 1950

Zusätzliche Informationen, Umbauten:

Nach den Katastern aus den Jahre 1765–1840 war das Haus mit 110 Thaler (in 1840: 130 Thaler) eher geringwertig. Am Ende des 18. Jhdt. bildete das Haus eine gemeinsame Liegenschaft mit dem benachbarten Haus Nr. 72 (nicht mehr existierend, es stand etwas westlich vom Hause Nr. 73 und wurde in jener Zeit mit 140 Thaler bewertet). Dagegen nach dem Kataster vom 1843 gab es auf den beiden Flurstücken (Nr. 72 und 73) bereits nur ein Haus, aber vom erheblich wesentlicheren Wert – 1000 Thaler, was vermuten lässt, dass damals ein vollständig neues Haus errichtet wurde. Es ist noch zu erwähnen, dass obwohl das Haus in den Jahren 1800–1832 offiziell dem Ernst Martini gehörte, dann wohnte hier in der Tat die Witwe Bogatsch geb. Martini (wahrscheinlich Schwester von Ernst). Aus den Briefen Carnalls an die Emilie von Büttner (1827–1828) kann man annehmen, dass auch Carnall hier eine Wohnung mietete.


     

 


Emanuel Dziuba, Anbauskizze eines Abortes, 1909.

 
 

Archivalien, Literaturnachweise, Verweise:

Archiwum Państwowe w Katowicach (Staatsarchiv Katowice),
• Bestand Nr. 1441, Akta miasta Tarnowskich Gór, Az.: 231 – 232 (Bürger Rolle der Stadt Tarnowitz); 2216 – 2230 (Feuer Societaets-Catastrumder Stadt Tarnowitz etc.)

Archiwum Państwowe we Wrocławiu (Staatsarchiv Breslau),
• Rep. 135, nr 700, Chronik der Stadt Tarnowitz erfasst von Lehrer C. Winkler in Tarnowitz.

Urząd Miejski w Tarnowskich Górach, Archiwum Zakładowe (archiwum budowlane) [Stadtamt Tarnowskie Góry, Betriebsarchiv (Bauarchiv)],
• Az.: A 142

Krzysztof Gwóźdź, Bractwo Strzeleckie w Tarnowskich Górach historia i współczesność, Tarnowskie Góry 2008

Historia Tarnowskich Gór, Hrsg. J. Drabina, Tarnowskie Góry 2000.

Rainer Slotta, Das Carnall-Service als Dokument des Oberschlesischen Metallerzbergbaus, Bochum 1986.

 


       

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