Gegenwärtige Adresse:
ul. Zamkowa 2

Alte Hypothek:
- 60, Schloss-Gasse (in 1746) [wahrscheinlich];
- 81 (in 1765) [wahrscheinlich];
- 32 (ab 1800)

Historische Adressen:
- Schlosstrasse 2 (bis 1922; 1939–1945)
- ul. Zamkowa 2 (1922–1939 und ab 1945)

Baujahr: Ende 18. Jhdt.

Architekt: unbekannt

Bauherr: unbekannt

Eigentümer:
1746: Augustin Swoboda
1765: Jacob Swoboda, Schmied
1800: Müller, Einnehmer
1811–1822: Carl Friedrich Nixdorf, Postmeister
1827–1832: Witwe Nixdorf
1840–1843: Seidel (Kassenbeamte)
1852–1869: Anton Langer, Inspektor
1880–1908: Adolf Panofsky
1909: Panofsky’s Erben
1911–1939: Firma A. Panofsky
1944: Firma Sedlaczek

     
Polski / Polnisch
Adressen:
ul. Bondkowskiego
ul. Gliwicka
ul. Górnicza
ul. Krakowska
Rynek
ul. Sienkiewicza
ul. Szymały
ul. Tylna
ul. Wajdy
ul. Zamkowa
pl. Żwirki i Wigury
Personen
Literaturverzeichnis
Stadtplan
 


 
 

Eigentümer und Einwohner

Adolf Panofsky (hebräischer Vorname Abraham, 1839 – 1908), Sohn von Josef und Frederike geb. Keiser, geboren in Schakanau (poln. Czekanów). Nach dem Tod der Mutter in 1847 wuchst bei den Verwandten in Tarnowitz und nach dem Tod seines Onkels Leopold galt als Kopf seiner Familie. Verheiratet mit Berta geb. Bloch, mit der er 9 Kinder hatte. In den Jahren 1873–1875 Eigentümer eines Restaurants und Postagentur in Mikulschütz, um 1875 hat das Haus bei Zamkowa 2 gekauft. Handelte dort mit Kolonialwaren und Alkohol, leitete eine Drogerie und Kaffeerösterei. Die Firma „A.Panofsky” war unter dieser Adresse bis 1939 tätig und die Initialen „A.P.” befinden sich bis heute auf dem Ziergitter. Ende des 19. Jhdt. wurde Adolf zum Eigentümer des Hauses bei der jetzigen Piłsudski-Str. 9. Wahrscheinlich hat er auch die Ziegelei Alttarnowitz nach seinem Großvater erben. Aus den Ziegeln aus diesem Betrieb wurde u.a. die Martinskirche in Alttarnowitz errichtet. Adolf Panofsky beteiligte sich aktiv am öffentlichen Leben: in 1876 saß er im Männerausschuss des Jungfrauen-Vereins, war Mitglied im Vorstand und Vertreterkollegium der jüdischen Gemeinde, gehörte dem hiesigen Schützenbund und mindestens ab 1888 bis zu seinem Tode am 13. November 1908 war er Stadtrat. Begraben am jüdischen Friedhof in Tarnowitz.

     

Leo Panofsky

 

 
 


Beschreibung:
Auf einem irregulären Grundriss errichtetes einstöckiges gemauertes Haus mit Flügelhäusern und einem Hinterhaus. Geputzte symmetrische siebenachsige Fassade mit klassischen Formen (teilweise verwischt) mit zwei seitlichen Risaliten, darunter Tympana. Im südlichen Risalit Durchfahrt und ein Balkon (sekundär). Von Osten zweiachsiger Anbau (sicherlich anstelle der ehemaligen Durchfahrt). Walmdächer, rechteckige Fenster, im Erdgeschoss im nördlichen Risalit eine mit Bogen geschlossenes Fenster (sekundär) – darin das Gitter mit Initialen „A.P”. (Adolf Panofsky). Im Hof ein verbautes Holzbalkon, könnte ursprünglich als Sukka (Laubhütte) dienen.

Zamkowa 2, ca. 1922-1939

Zamkowa 2, Fot. 2012

Zusätzliche Informationen, Umbauten:
Die Eigentumsverhältnisse vor dem Jahr 1800 sind unsicher. Höchstwahrscheinlich lag die heutige Bebauung der Zamkowa 2 auf dem Grundstück von Augustin Swoboda und verbrannte am 09.07.1746 (damaliger Grundbuchwert knapp 40 Thaler). Die Bebauung ab dem Jahr 1765 gehörte dem Jacob Swoboda und wurde damals auf 346 Thaler geschätzt.

Nach dem Kataster vom 1800 war das Haus schon damals 1000 Thaler (davon Vorderhaus – 850) wert. Diese Daten und sein Körper beweisen, dass das Haus eben damals entstehen musste, vielleicht mit einigen Teilen vom älteren Bau.

Auf den Plänen vom 1797 und 1805 wurde vermerkt, das hier das Kreissteueramt für 11 Städte: Beuthen, Gleiwitz, Guttentag, Loslau, Loben, Nikolau, Preiskretscham, Pless, Sohrau, Tost und natürlich Tarnowitz ihren Sitz hatte. Diese Behörde war in den Jahren 1744–1812 tätig.


     


Initialen von Adolf Panofsky am Gitter des alten Fensters


Eingangstür


Hofseite

 

 
 

Archivalien, Literaturnachweise, Links:

Archiwum Państwowe w Katowicach (Staatsarchiv Katowice)
• Bestand Nr. 1441, Akta miasta Tarnowskie Góry, Az.: 231 – 232 (Bürger Rolle der Stadt Tarnowitz); 2216 – 2230 (Feuer Societaets-Catastrumder Stadt Tarnowitz etc.)

Archiwum Państwowe we Wrocławiu (Staatsarchiv Breslau)
• Rep. 135, nr 700, Chronik der Stadt Tarnowitz erfasst von Lehrer C. Winkler in Tarnowitz.

Urząd Miejski w Tarnowskich Górach, Archiwum Zakładowe (archiwum budowlane) (Stadtamt Tarnowskie Góry, Betriebsarchiv (Bauarchiv))
• Az.: A 241, A 494;

Marek Wojcik, Od arendy po ikonologię. Rzecz o rodzinie Panofsky i jej górnośląskich korzeniach, [w:] Żydzi na Górnym Śląsku w XIX i XX wieku, Rybnik–Katowice 2012, s.581-597.

Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten, 1874 – 1945 (Zmiany terytorialne w Niemczech i na obszarach pod administracją niemiecką 1874 – 1945), http://www.territorial.de/obschles/beuthtar/landkrs.htm


         

© Fundacja Kruszce Śląska, 2018