Gegenwärtige Adresse:
ul. Zamkowa 6

Alte Hypothek:
- 83 (in 1765 r.);
- 34 (ab 1800 r.)

Historische Adressen:
- Schlossstrasse 6 (bis 1922; 1939–1945)
- ul. Zamkowa 6 (1922–1939 und ab 1945)

Baujahr: 1903

Architekt: Heinrich Pisczek (Henryk Piszczek)

Bauherr: Albert Panofsky

Eigentümer:
1765: Joseph Titz, Conditor
1800–1817: Antonia Langer, Witwe
1822–1827: Friedrich Pyrkosch, Materialien- und Producten-Verwalter
1832–1842: Michael Langer, Fleischer
1853–1892: Feliks Potempski
1893-1918: Albert Panofsky, Kaufmann
1918: Johann Nocon (?), Fleischer
1925–1932: Antoni Horzela


     
Polski / Polnisch
Adressen:
ul. Bondkowskiego
ul. Gliwicka
ul. Górnicza
ul. Krakowska
Rynek
ul. Sienkiewicza
ul. Szymały
ul. Tylna
ul. Wajdy
ul. Zamkowa
pl. Żwirki i Wigury
Personen
Literaturverzeichnis
Stadtplan
 
 
 

Zusätzliche Informationen über Bewohner:

Familie Panofsky Protoplast der Familie war David Paniowka [Panofsky] (gest. 14.05.1846), Arendar, der im Jahre 1813 aus Gardawitz nach Alt Tarnowitz umgezogen war. Seine Ehefrau was Charlotte Neumann (gest. 1854), mit der er fünf Kinder. Die Grabsteine von David, Charlotte und zahlreichen Nachkommen befinden sich noch auf dem jüdischen Friedhof in Tarnowitz.

2. Generation

Joseph Panofsky (1815 – 12.12.1856, Beuthen), Totengräber und Fleischer, wohnte in Schakanau, Alt Tarnowitz, Larischhof und Rokittnitz.

Leopold Panofsky (11.04.1819 – 4.07.1868). Am 11. Juli.1844 in Stubendorf heiratete er Minne (1821–1897), Tochter von Löbel Fraenkel. Das junge Ehepaar wohnt wahrscheinlich am Anfang in Stubendorf, zog aber in Kürze nach Tarnowitz um, wo Leopold das Haus bei Górnicza 3 kaufte. Panofsky zählte zu den besser betuchten Mitgliedern der jüdischen Gemeinde von Tarnowitz und im 1854 wurde zum Vertreterkollegium der Gemeinde gewählt. Leopold und Minne hatte sieben Kinder, ihr Großenkel war u.a. der berühmte Kunsthistoriker Erwin Panofsky (1892–1968). Der prächtige Grabstein von Leopold und Minna befindet sich noch auf dem jüdischen Friedhof in Tarnowitz.

Dorothea (24.11.1823 – 1.06.1896), verheiratet mit Marcus Weisenberg [siehe Górnicza 7].

3. Generation

Adolf Panofsky (hebräischer Vorname Abraham, 1839 – 1908), Sohn von Josef (1815-–1856), geboren in Schakanau. Nach dem Tod der Mutter in 1847 ist er bei den Verwandten in Tarnowitz aufgewachsen und nach dem sein Onkel Leopold gestorben ist – galt er für eine Weile als Kopf seiner Familie. Seine Ehefrau war Berta geb. Bloch, mit der er 9 Kinder hatte. In Jahren 1873–1875 war er Eigentümer eines Restaurants und leitete eine Postagentur in Mikultschütz. Um 1875 hat er das Haus bei ul. Zamkowa 2 gekauft. Er handelte dort mit Kolonialwaren und Alkoholverkauf, leitete eine Drogerie und Kaffeerösterei. Die Firma „A.Panofsky” war hier bis 1939 tätig und die Initialen „A.P.” befinden sich noch an dem Fenstergitter. Ende des 19. Jhdt. wurde Adolf zum Eigentümer des Hauses bei ul. Piłsudskiego 9 in Tarnowitz. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er nach seinem Großvater die Ziegelei in Alt Tarnowitz vererbte — mit den dort gebrannten Ziegeln wurde u.a. die neue Martinskirche in Alt Tarnowitz aufgebaut. Adolf Panofsky beteiligte sich aktiv an dem öffentlichen Leben. In 1876 saß er im Männerausschuss des Jungfrauenvereins; war Vorstandmitglied und Mitglied im Vertreterkollegium der jüdischen Gemeinde; gehörte dem hiesigen Schützenband und mindestens ab 1888 bis zu seinem Tode am 13. November 1908 war er Stadtrat. Begraben am jüdischen Friedhof in Tarnowitz.

Albert Panofsky (3.02.1846, Larischau – 25.11.1921, Tarnowitz), Sohn von Josef (1815–1856), heiratete am 22 November 1870 Antonine Silbermann aus Mikultschütz. Am Ende der 80-er Jahre kaufte er das „Gasthaus zur Erholung” in Tarnowitz bei der heutigen ul. Zamkowa 8. In 1903 erwarb Albert das benachbarte Grundstück mit dem darauf errichteten Erdgeschosshaus bei ul. Zamkowa 6. Er leitet auch ein Lebensmittelgeschäft. Nach dem Tod seiner Ehefrau in 1918 verkaufte Albert das Haus und zog zu seinem Sohn Otto in das Haus bei ul. Krakowska 7 in Tarnowitz um, wo er drei Jahre später starb. Albert und Antonine hatten vier Söhne.

4. Generation

Leo Panofsky [eigentlich Joseph Leo] (9.07.1871 – 1943, Zawiercie), Sohn von Adolf (1839 – 1908), heiratete Lea Pinner in 1900. Gemeinsam mit seinem Schwieger Elias Bach leitete er weiter die Firma „A. Panofsky”, zu der auch ab ca. 1908 auch das Haus bei ul. Zamkowa 7 gehörte. Während des 1. Weltkriegs wurde Leo ins deutsches Herr einberufen. So wie sein Vater war er auch Mitglied im Schürzenband und im 1924 den Titel des Schützenkönigs gewonnen. Anstelle seines Vaters auch zum Mitglied des Vertreterkollegiums der jüdischen Gemeinde gewählt und seit 1929 auch Vorsitzende dieses Kollegiums; unter seiner Obhut stand das jüdische Friedhof. Nach 1939 wurden Leo und seine Frau in das Ghetto in Zawiercie abtransportiert und sind dort um 1943 gestorben. Das Ehepaar hatte fünf Töchter, die allesamt in Tarnowitz geboren waren.

Otto Panofsky (11.03.1877, Oppatowitz – 19.05.1954, Amsterdam), Sohn von Albert Panofsky (siehe Zamkowa 6), Apotheker jüdischer Konfession. Um 1900 kaufte das Haus bei ul. Krakowska 7 in Tarnowitz zusammen mit der dort seit 20 Jahren bestehende „Aeskulap-Apotheke“. Am 14. Mai 1907 heiratete Ernestine Bloch. Nach dem Tod des Vaters verkaufte er das Haus und im Januar 1922 ist mit der Familie nach Berlin umgezogen. In 1933, als die Nationalsozialisten die Macht übernahmen, siedelte die Familie nach Amsterdam um und floh während des Krieges nach Surinam. Nach dem Krieg sind Otto und seine Söhn nach Amsterdam zurückgekehrt, wo Otto starb. Eine reiche Sammlung der Bilder und Familiendokumente wurde an das Jods Historisch Museum in Amsterdam ( https://jck.nl/ ) übergeben. Er hatte zwei Söhn: Karl Ernst (1911–2001) und Franz (1917 - ?).


Otto Panofsky (1839-1908) mit Soehnen.

 


     

David Paniowka [Panofsky] (gest. 1846)]

Leopold Panofsky (1819-1868)


Minne Panofsky geb. Fraenkel
(1821-1897)


Leo Panofsky (1839-1908)


Strona tytułowa dysertacji doktorskiej Lotte (jednej z córek Leo Panofsky’ego)

 
 

Beschreibung:
Haus auf dem rechteckähnlichen Grundriss mit Seitenflügel (von der ul. Mleczna). Gemauertes, dreigeschossiges mit Dachgeschoss. Die Fassade mit eklektischen Formen mit Sezessionselementen, geputzt, symmetrisch, 6-achsig mit geringem Doppelerker und Giebelwand im Mittenteil. Erdgeschoss geputzt mit Pseudo-Bossenwerk. Fenster der Obergeschosse in Rahmen eingefasst. Zwischen den Geschossen Füllungen mit Blumenverzierungen mit Jugendstilformen. Fensteröffnungen im 1. Stockwerk rechteckig, im 2. Stockwerk– rechteckig, mit halbrundem Bogen geschlossen. Im Dachgeschoss – Gauben.


Heinrich Pisczek, Fassadenzeichnung, 1903


Zamkowa-Str. im Winter, 1903-1904

Zusätzliche Informationen, Umbauten:
Seit der ersten Erwähnung im Jahr 1765 bis ins Jahr 1904 (als das jetzige Haus entstanden ist), wurde das Haus wahrscheinlich kaum umgebaut. Sein Katasterwert (in Jahren 1765-–1840) betrug 335–345 Thaler. Die Haus war 42 x 34 preußischer Füße (13 x 10,6 m) groß, erdgeschossig, aus Holz.


Zeichnung des Hauses bei ul. Zamkowa 6 vom 1874


     

 


Zamkowa-Str. auf einer Ansichtskarte
vom Anfang 20. Jhdt.


Zamkowa-Str. auf einer Ansichtskarte
vom Anfang 20. Jhdt.


Haus bei ul. Zamkowa 6, Fot. 2008


Haus bei ul. Zamkowa 6, Fot. 2009


Eingangstür, Fot. 2014

 

 
 

Archivalien, Literaturnachweise, Verweise:

Archiwum Państwowe w Katowicach (Staatsarchiv Katowice),
• Bestand Nr. 1441, Akta miasta Tarnowskich Gór, Az.: 231 – 232 (Bürger Rolle der Stadt Tarnowitz); 2216 – 2230 (Feuer Societaets-Catastrumder Stadt Tarnowitz etc.)

Archiwum Państwowe we Wrocławiu (Staatsarchiv Breslau),
• Rep. 135, nr 700, Chronik der Stadt Tarnowitz erfasst von Lehrer C. Winkler in Tarnowitz.

Joods Historisch Museum, Amsterdam

Urząd Miejski w Tarnowskich Górach, Archiwum Zakładowe (archiwum budowlane) [Stadtamt Tarnowskie Góry, Betriebsarchiv (Bauarchiv)],
• Az.: A 63

Krzysztof Gwóźdź, Bractwo Strzeleckie w Tarnowskich Górach historia i współczesność, Tarnowskie Góry 2008

Gerda Panofsky, Erwin Panofsky von Zehn bis Dreißig und seine jüdischen Wurzeln, Passau 2017

Marek Wojcik, Od arendy po ikonologię. Rzecz o rodzinie Panofsky i jej górnośląskich korzeniach, [in:] Żydzi na Górnym Śląsku w XIX i XX wieku, red. B. Kalinowska-Wójcik, D. Keller, Rybnik–Katowice 2012, S.581–597.

 


       

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